Verteidigung der Außerklinische Intensivpflege im Wohnumfeld am 09.12.2022 von 14.00 – 17.00 Uhr

Mit der Neuregelung der Außerklinischen Intensivpflege werden neue Hürden für eine angemessene Unterstützung in der eigenen Wohnung und für ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut. Sowohl bei der Bewilligung, bei den Anforderungen an die Formalqualifikation der Dienste als auch an die Versorgung im Arbeitgebermodell über Zielvereinbarungen werden extrem hohe Anforderungen von den Kassen gestellt, die der einzelne Berechtigte kaum erfüllen kann. Dieses fällt in eine Zeit, in der entsprechend qualifiziertes Pflegepersonal kaum zu bekommen ist. Gleichzeitig soll den Leistungsberechtigten die selbstbestimmte Kontrolle und Verantwortung über ihre Lebensgestaltung entzogen werden.

A: Rechtliche Beurteilung

  1. Neue rechtliche Regelung des § 37c SGB V
  2. Anforderungen an die Intensivpflege-Dienste
  3. Intensivpflege im Arbeitgeber*innen-Modell
  4. Zweimal Zielvereinbarungen

Mittagspause

B. Strategien für Häusliche Intensivpflege

  1. Umsetzungsprobleme mit den Pflegediensten
  2. Schwierigkeiten mit den Ärzten und Krankenkassen
  3. Rechtliche Durchsetzung vor Gericht
  4. Modell einer bundesweiten Arbeitgebergenossenschaft

Referent:

Horst Frehe
Er war an der Gründung der „Krüppelgruppen“ und der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung beteiligt und nahm an spektakulären Protestaktionen teil, z.B. zum UNO-Jahr der Behinderten 1981 oder zum Bundesteilhabegesetz.

Beruflich war er wissenschaftlich an der Universität Bremen und an zahlreichen anderen Hochschulen mit Lehraufträgen tätig, arbeitete 16 Jahre als Richter am Sozialgericht und vier Jahre als Staatsrat im Sozialressort. Acht Jahre war er Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft für Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Er ist Sprecher des Forums behinderter Juristinnen und Juristen (FbJJ) und maßgeblich an der Erarbeitung des Gesetzes zur sozialen Teilhabe des FbJJ beteiligt. Zurzeit ist er Lehrbeauftragter an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg.

Thomas Koritz

Er ist Sprecher für Gesundheitspolitik und Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss für die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL sowie Mitglied des Verwaltungsrates des medizinischen Dienstes Bund und Beirat im Sozialmedizinischen Dienst der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn See.
Er ist selbst schwerbehindert und zudem pflegender Angehöriger.

Kosten und Anmeldung:

Regulärer Anmeldeschluss 07.12.2022

Seminarkosten 70 € – Bis zum 02.12.2022 gibt es jedoch 10 € Rabatt, so dass das Seminar bei Frühbuchung nur 60 € kostet. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 50 begrenzt.

Die Anmeldung erfolgt bis 07.12.2022 über unseren Ticketshop (entweder unten den Link klicken oder den Gesamt-Shop unter: https://www.bifos.de/produkt-kategorie/veranstaltungstickets/ aufrufen).

Die behinderungsbedingten Aufwendungen für die Teilnahme am Seminar können beim zuständigen Integrationsamt beantragt werden.